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Theodor-Heuss-Kolloquium 2019: Democracy Revisited. Praktiken, Ordnungen und Begrenzungen der liberalen Demokratie von den 1940er Jahren bis zur Gegenwart


Termin:
10./11. Oktober 2019

Veranstalter: Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Akademie für Politische Bildung Tutzing

Ort: Akademie für Politische Bildung, Tutzing

Tagungsleitung: Kristian Buchna (Stuttgart), Andreas Kalina (Tutzing), Ursula Münch (Tutzing)

  • Tagungsbericht auf H-Soz-Kult (folgt)


Entgegen allen triumphalistischen Prognosen nach Ende des Kalten Krieges hat sich die liberale Demokratie nicht als alternativlos erwiesen. Im Gegenteil: Das Vertrauen eines Teils der Bürgerschaft in die Grundlagen liberal-demokratischer Systeme schwindet und konfrontiert ihren anderen Teil mit der Frage nach der tatsächlichen Reichweite und den Grenzen der Demokratisierungs- und Liberalisierungsprozesse seit 1945. Hier setzt das Theodor-Heuss-Kolloquium 2019 an. Es untersucht die Praktiken der Demokratie, die Prozesse ihrer Aushandlung sowie die Ambivalenzen ihrer Ausweitung und Einschränkung. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Ursachen der gegenwärtigen Ernüchterungserfahrungen und Krisensymptome unserer repräsentativen Demokratie in früheren bzw. langfristig wirksamen Entwicklungen zu suchen sind. Wie veränderten sich die Erwartungen gegenüber und die Formen von politischer Kommunikation in den westlichen Demokratien? Welche Widersprüche und Ambivalenzen brachten die Demokratisierungsprozessen der 1960er- und 1970er Jahre hervor? Besteht ein Zusammenhang zwischen den Bemühungen um eine Ausweitung demokratischer Teilhabe einerseits und den Ausgrenzungserfahrungen einzelner Gesellschaftsschichten bzw. den restriktiven Maßnahmen zur Eingrenzung demokratischer Partizipation andererseits? Und mündeten die Bemühungen um eine Reform von Staatsverwaltungen tatsächlich in der „Demokratisierung der Verwaltungskulturen“?

Analysiert werden Praktiken, Ordnungen und Begrenzungen der Demokratien nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch in Großbritannien, Frankreich und Italien. Damit leistet das Theodor-Heuss-Kolloquium 2019 einen Betrag zur Geschichte demokratischer Kulturen Westeuropas.


Einführung

 

Kristian Buchna (Stuttgart):

Democracy Revisited. Einführung (pdf)

 


 


Sektion 1: Demokratie kommunizieren – Kommunikation in der Demokratie

 

Claudia C. Gatzka (Freiburg):

Praktiken der ‚Demokratie‘. Über ein Problem politischer Kommunikation nach 1945 (pdf)

 



Nicolas Batteux (Paris):

Die 68er-Bewegung mitten im Parlament: Selbstverständnis der französischen und westdeutschen Abgeordneten als Verkörperung der Demokratie am Beispiel der Sozialisten und Sozialdemokraten  (pdf)

 

 

 

Philipp Nielsen (New York):

Vom Sprechen und Essen in der „jüngsten Hauptstadt der Welt“: Das Bonner Bundeshaus in der frühen Bundesrepublik (pdf)

 


 


Kristian Buchna (Stuttgart):

Jenseits des Plenums. Wie informelle Zirkel von Abgeordneten die parlamentarische Kultur in der Bundesrepublik prägen (pdf)

 

 

 

Bernhard Gotto (München):

„Stimmungsdemokratie“? Repräsentation, Responsivität und Emotionalität in der internen Kommunikation der CSU in den 1970er und 1980er Jahren (pdf)

 

 

 

 

 


Sektion 2: Demokratie verwalten – Verwaltung demokratisieren


Stefanie Middendorf (Halle-Wittenberg):

Postheroische Ordnung? Zur Finanzbürokratie in der bundesdeutschen Demokratie nach 1945 (pdf)

 

 

Michael Mayer (Tutzing):

Demokratie verwalten lernen: Die Entstehung einer Asylpraxis in der Bundesrepublik im Zusammenspiel zwischen Behörden und Gerichten seit 1953 (pdf)

 

 

Nikolai Wehrs (Konstanz):

Omnishambles! Der Niedergang der Civil Service-Tradition und der Aufstieg der parteipolitischen Berater in Großbritannien (1950er bis 2000er Jahre) (pdf)

 

 

 

 


Sektion 3: Partizipation erweitern – Ambivalenzen der Demokratisierung


Philip Wagner (Halle-Wittenberg):

Befreiung und Normierung. Politische Bildung und die Ambivalenzen der Demokratisierung in der Bundesrepublik Deutschland (1960er bis 1980er Jahre) (pdf)

 

 

 

 


Sektion 4: Demokratie begrenzen – Grenzen der Repräsentation

Zoé Kergomard (Paris):

Die Wahlenthaltung als demokratische „Krankheit“? Politische Eliten, Nichtwählerinnen und Nichtwähler in Frankreich in der Nachkriegszeit (1944–1989) (pdf)