Zum Hauptinhalt springen
Presse
Presse

Theodor-Heuss-Kolloquium 2026: Klimawandel und Demokratie. Zeitgeschichte und Gegenwart

28. September 2026
Fotocollage mit ausgetrockneter Landschaft, dem Reichstag und grüner Wiese mit Blumen.

Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen für demokratische Gesellschaften im 21. Jahrhundert.

Wissenschaftliche Befunde, politische Debatten und zivilgesellschaftliche Initiativen zum Klimawandel stellen spätestens seit den 1980er Jahren wesentliche Entwicklungsbedingungen, Strukturen und Verfahren demokratischer Entscheidungsfindung infrage.

Dennoch hat sich die zeithistorische Forschung bislang nicht systematisch mit diesem Zusammenhang befasst. Von einem demokratiehistorischen Zugriff ausgehend, leuchtet die Konferenz Verfahren, Wertbezüge und Zeitlichkeiten der Demokratie im Umgang mit dem Klimawandel systematisch aus und bringt so Ansätze und Fragen der Demokratie-, Umwelt- und Wissensgeschichte zusammen.

Zur Tagung sind Historiker:innen, Politolog:innen und Soziolog:innen aus dem ganzen Bundesgebiet als Referent:innen eingeladen.

Veranstaltungsort: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim (Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart)

Wichtiger Hinweis: Das Theodor-Heuss-Kolloquium ist nicht öffentlich. Liebe Medienvertreter:innen, bitte melden Sie sich zuvor per E-Mail (schoberth@theodor-heuss-haus.de) an.

Veranstaltungshinweis: Öffentliche Podiumsdiskussion „Der Klimawandel und die liberale Demokratie. Drohende Umweltkatastrophe oder Öko-Diktatur?“ am 8. Oktober 2026, 19 Uhr, im Ev. Bildungszentrum Hospitalhof (Büchsenstr. 33, Stuttgart).

Programm Theodor-Heuss-Kolloquium 2026 „Klimawandel und Demokratie. Zeitgeschichte und Gegenwart“

Veranstaltungsort: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim (Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart)

Donnerstag, 8. Oktober 2026

12.00Begrüßung und Einführung

Ernst Wolfgang Becker (Stuttgart) Elke Seefried (Aachen)

12.30Klimawandel und Demokratie: Politikwissenschaftliche Perspektiven

Jared Sonnicksen/Mahir Tokatli (Aachen): Struktur- oder Zeitenbruch? Zu den Spannungsverhältnissen zwischen Parlamentarismus und Klimawandel aus politischer Systemperspektive

Felix Heidenreich (Stuttgart): Der Republikanismus der Nachhaltigkeit als demokratischer Krisenmodus

14.00Pause

14.30 Klima- und Generationengerechtigkeit in der Demokratie in den 1970er bis 1990er Jahren

Benjamin Möckel (Göttingen): Only One Earth: Ökologie und Klimawandel in der Fairtrade-Bewegung der 1990er und 2000er Jahre

Laura Fasanaro (Rom): Climate change in EC/EU politics: The European Parliament debate, the making of a new form of global governance, and the challenges of democracy

16.00 Pause

16.30 Klima- und Generationengerechtigkeit in der Demokratie in den 1970er bis 1990er Jahren (Fortsetzung)

Eva Oberloskamp (München): Umwelt- und Klimaschutz von Rechts wegen? Die Krux mit der demokratischen Mehrheit und der Gerichtsweg

Daniel Stienen (Friedrichsruh): Wie die Umweltpolitik intergenerationell wurde. Von den "Gründungsgrünen" (1980) bis zum Staatsziel Umweltschutz im Grundgesetz (1994)

Freitag, 9. Oktober 2026

9.00 Parlamentarismus, Expertise und Lobbyismus in der Klimapolitik

Stephen Milder (München): „Wo das Gelehrte beginnt, hört das Politische auf.“ Die Enquete-Kommissionen zum „Schutz der Erdatmosphäre“ und die Anfänge der Klimapolitik im Bundestag, 1987-1994

Boris Gehlen (Stuttgart): (Klima-)Wandel durch Annäherung? Der tentative Pragmatismus wirtschaftlicher Interessenverbände im Umgang mit „externen Effekten“ in der Bundesrepublik der 1970er bis 1990er Jahre

Anna Veronika Wendland (Marburg): Vom Atomstaat zum Energiewendestaat. Energiepolitik und Lobbyismus durch Umweltverbände und Umweltexperten

11.00Pause

11.30 Zeitlichkeiten und Klimawandel in der Demokratie seit 1990

Jonathan Voges (Potsdam): Sicherheit und Klimawandel. Vorbereitung auf Klimawandelfolgen seit den 1990er Jahren

Jens Marquardt (Darmstadt): Last Generation oder Neuanfang? Klimaprotest, umkämpfte Zukünfte und die Grenzen demokratischer Repräsentation

Daniel Wolff (Greifswald): Freiheit über die Gegenwart hinaus. Wie das präsentistische Freiheitsrecht den Klimaschutz lange bremste und was die inter- temporale Freiheitssicherung daran ändert

13.30 Schlussdiskussion

Öffentliche Podiumsdiskussion:

Der Klimawandel und die liberale Demokratie. Drohende Umweltkatastrophe oder Öko-Diktatur?

8. Oktober 2026, 19 Uhr (Ev. Bildungszentrum Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart)

Der Umgang mit dem Klimawandel ist spätestens seit den 1970er Jahren zu einer der großen Herausforderungen der liberalen Demokratie geworden. Mit ihren komplexen Vermittlungs- und Entscheidungsprozessen braucht die parlamentarische Demokratie für teure und langfristige Zukunftsaufgaben Zeit – und die haben die drängenden klima- und umweltpolitischen Probleme offenbar nicht.

Kann die liberale Demokratie die Zukunft noch nachhaltig gestalten und die drohende Klimakatastrophe abwenden? Oder müssen wir eine derartig existentielle Aufgabe in die Hand einer Öko-Diktatur legen?

Diese zentrale Frage über die Zukunft unseres politischen Gemeinwesens werden die Teilnehmenden des Podiums diskutieren:

Ralf Fücks ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne in Berlin, das sich als Thinktank und Diskussionsplattform zur Erneuerung der liberalen Demokratie versteht.

Philipp Krohn ist Wirtschaftsredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hat u. a. publiziert über „Ökoliberal. Warum Nachhaltigkeit die Freiheit braucht“ (2023).

Linda Teuteberg war Mitglied des Deutschen Bundestages und ist stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP.

Prof. Dr. Elke Seefried (Moderation) ist Historikerin und Inhaberin des Lehrstuhls für Neuzeit (19.-21. Jahrhundert) mit ihren Wissens- und Technikkulturen an der RWTH Aachen. Sie schreibt an einer Geschichte der Nachhaltigkeit.

In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart.