Verwandlung durch Recht
Eva Balz und Frieder Günther erzählen in ihrer packenden Geschichte "Verwandlung durch Recht. Das Bundesverfassungsgericht und die Vergangenheit" anhand neuer Quellen, wie das Bundesverfassungsgericht trotz aller aus dem Nationalsozialismus stammenden „Belastungen“ in den ersten 20 Jahren nach 1945 dazu beitrug, das bundesdeutsche Gemeinwesen zu einer freiheitlichen und pluralistischen Demokratie zu entwickeln.
Vor 75 Jahren wurde das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegründet. Es galt bisher als weitgehend unbelastet von der NS-Vergangenheit, weil es keinen Vorgänger in der Zeit vor 1945 hatte. Doch das Personal und die Rechtsprechung des Gerichts waren tief in der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwurzelt.
Gerade damit setzten sich die Richter kritisch auseinander und orientierten sich zunehmend an Reformen, die einen Bruch mit der Zeit des Nationalsozialismus markierten. Vor dem Hintergrund des Grundgesetzes brachte das Gericht in seinen Urteilen neue Impulse etwa auf dem Feld der Geschlechterbeziehungen ein.
PD Dr. Frieder Günther ist Leiter des Fachbereichs Forschungskoordination und Wissensmanagement der Stiftung Forum Recht sowie Privatdozent an der Humboldt-Universität zu Berlin. Publikationen u. a. „Verwaltungsstaat. Die Verwaltungskultur der deutschen Innenministerien 1919-1975“ (2025).
Dr. Eva Balz ist Historikerin und Autorin und war am Institut für Zeitgeschichte tätig. Publikationen u. a. „Vergangenheitspolitik und Eigentumspolitik im Kalten Krieg. Das Oberste Rückerstattungsgericht für Berlin“ (2019).
Dr. Ernst Wolfgang Becker (Moderation) ist stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus.
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