„Uncompromising Democrat“? Theodor Heuss und die Rhein-Neckar-Zeitung
Vor 80 Jahren wurde Theodor Heuss Mitherausgeber der Rhein-Neckar-Zeitung
Vor 80 Jahren, am 5. September 1945, wurde die Rhein-Neckar-Zeitung gegründet. An diesem Tag erhielten die drei Herausgeber die Zeitungslizenz aus den Händen der US-amerikanischen Militärregierung. Unter ihnen war auch der spätere Bundespräsident Theodor Heuss.
Zuvor hatten amerikanische Presseoffiziere noch Zweifel an seiner demokratischen Zuverlässigkeit geäußert, die aber ausgeräumt werden konnten. Von nun an verkörperte er in seinen Artikeln die liberale Seite des Blattes. Er wirkte als Erzieher der Deutschen zur Demokratie und warnte vor einem übersteigerten rassistischen Nationalismus. Doch sein Weggang aus Heidelberg und seine vielen anderen Aufgaben führten dazu, dass er ein Herausgeber ohne Macht blieb.
Entdeckung in Heidelberg
Ende April 1945 spielte sich im Heidelberger Vorort Handschuhsheim eine kuriose Szene ab. Das Deutsche Reich hatte noch nicht bedingungslos kapituliert, da standen bereits zwei US-Soldaten in Kampfuniform vor dem idyllischen Häuschen im Kehrweg 4 und klingelten vergeblich – der Strom war ausgefallen. Vorsichtig kletterten sie über den Zaun und klopften an der Haustür. Zunächst lugte nur eine ältere Dame aus dem Dachfenster, dann öffnete ein ausgemergelter Herr die Tür.
Der Offizier erläuterte kurz den Grund seines Besuchs und wurde hereingebeten. Nach einem längeren Gespräch entspannte sich die Atmosphäre, eine Flasche Wein wurde entkorkt, und die Runde stieß auf das Ende des „Dritten Reiches“ und eine gute Zusammenarbeit an. Es war die Geburtsstunde der Rhein-Neckar-Zeitung.
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