Kommende Veranstaltungen
Hannah Arendt. Von Flucht und Staatenlosigkeit
50. Todestag von Hannah Arendt
Migration, Flucht und Vertreibung prägen die Menschheitsgeschichte seit ihren Anfängen. Die Gründe, Umstände und Konsequenzen, die Menschen zur Flucht oder zur freiwilligen Aufgabe ihrer Heimat bewegen, sind räumlich und zeitlich vielfältig. Dennoch bleibt dieses Thema ein zentraler Bestandteil menschlicher Existenz. Es dominiert aktuell erneut die öffentliche Debatte, oftmals geprägt von pauschaler Abgrenzung und Ausgrenzung. Angesichts der häufig vereinfachenden und verkürzten politischen Diskussion erscheint es sinnvoll, sich einer Denkerin zuzuwenden, die sich wohl wie keine zweite diesem Thema gewidmet hat: Hannah Arendt (1906–1975).
Arendt deutete Flüchtlinge und Staatenlose als Figuren einer Zeitenwende: als negative Avantgarde, die grundlegende gesellschaftliche Widersprüche, die in den rechtlichen und politischen Institutionen angelegt sind, offenlegen. Das beeindruckende Kapitel Der Niedergang des Nationalstaats und das Ende der Menschenrechte in Ihrem Buch Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft über die Widersprüche der Menschenrechte und die Situation staatenloser Menschen zwischen 1918 und 1945 ist einzigartig in der gesamten politischen Theorie.
Radikalität des Ausschlusses
Hannah Arendt war eine Denkerin, die sich vom klassischen Liberalismus absetzte. Während liberale Denkerinnen und Denker das egoistische, autonome Individuum…