Unser Programm

 

Schwerpunktreihe

 

„Scheitert Europa?“

 

Die europäische Integration hat an Strahlkraft verloren. Ihre unbestrittenen Errungenschaften seit dem Zweiten Weltkrieg – Sicherung von Frieden und Freiheit, Demokratie und Frei-zügigkeit, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit – begeistern nicht mehr. Die Visionen von ei-nem geeinten demokratischen Europa in einem postnationalen Zeitalter, die nach dem Ende des Kalten Krieges die Gemüter neu bewegten, sind einer großen Ernüchterung gewichen. Seit der Jahrtausendwende kumulieren sich die Krisenszenarien und beherrschen die politi-schen Debatten sowie die medialen Schlagzeilen und Talkshows. Zahlreichen Menschen stellt sich immer drängender die Frage: Scheitert Europa?

Die Stiftung möchte zu dieser atemlosen öffentlichen Krisendebatte über Europa bzw. die EU Distanz gewinnen und sich Zeit für eine abgewogene und fundierte Analyse nehmen. Dazu wird die neue Schwerpunktreihe zum einen den Blick in die Vergangenheit richten und Prob-lemstellungen von heute in ihrer geschichtlichen Dimension näher ausleuchten. Historische Tiefenbohrungen können dazu beitragen, gegenwärtige Phänomene wie die Herausforde-rung der Demokratien in Europa, Flucht, Migration und die Bedeutung von Grenzen oder die Angst vor einer deutschen Hegemonialstellung besser einzuordnen und zu verstehen.

Neben dieser wissenschaftlichen Perspektive soll zum anderen die Erfahrungsebene von Personen zur Sprache kommen, die aus professioneller Nähe heraus sich mit der Idee Europa befassen. Wie erleben Korrespondenten, Schriftsteller und Politiker vor Ort – beispielsweise in Brüssel, Paris, Rom, Budapest oder Warschau – den Stellenwert Europas in der Politik und in der Gesellschaft? Was macht Europa aus? Hat Europa eine gemeinsame Erinnerungs- und Erfahrungsgemeinschaft, welche die Herausbildung einer europäischen Identität begünstigt?

Und schließlich will die Stiftung in ihrer Schwerpunktreihe Zukunftsperspektiven eröffnen. In welchem Europa wollen wir leben? Wird die Europäische Union in ihrer jetzigen Gestalt am Nationalismus der Staaten oder an ihren eigenen Konstruktionsfehlern scheitern? Müssen wir die Integration zurückfahren oder vielmehr vorantreiben auf das Ziel der „Vereinigten Staaten von Europa“ hin – ein utopisches Projekt?

 

Veranstaltungsprogramm 2019:

  • 28.05., 18 Uhr: Die Krise Europas und seiner Demokratien
    Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Andreas Wirsching
  • 2.07., 18 Uhr: Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems
    Buchvorstellung mit Autorengespräch
    Podium: Prof. Dr. Andreas Rödder, Dr. Kristian Buchna (Moderation)
  • 24.09., 18 Uhr: Der gewaltsame Lehrer. Europas Kriege in der Moderne 
    Buchvorstellung mit Autorengespräch
    Podium: Prof. Dr. Dieter Langewiesche, Dr. Ernst Wolfgang Becker (Moderation)

 

 

Frühere Schwerpunktreihen:

  • Modell Deutschland (2006/07)
  • Reden über die Republik (2008/09)
  • Deutsche Integrationsgeschichten (2010/11)
  • Demokratie in der Krise (2012–14)
  • Ungleichheiten (2014-16)
  • Politik als Beruf (2017-2018)