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Fehltritt verboten? Mitschnitt der Diskussion zwischen Bundespräsident a. D. Christian Wulff, Hans Leyendecker und Dr. Kristian Buchna

Fehltritt verboten? Empörungskultur und politische Öffentlichkeit
11. April 2018, Theodor-Heuss-Haus

Das gesellschaftliche Ansehen von Politikern befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Ihr Handeln soll totaler Transparenz unterliegen und höchsten moralischen Ansprüchen genügen. Wer diese Normen nicht erfüllt und einen Fehltritt begeht, wird Opfer einer medialen Empörungswelle. Rücktrittsforderungen und Vorverurteilungen gehören zum politischen Alltag. Leben wir inzwischen in einer digitalen Empörungsdemokratie, in der Misstrauen, Verdacht und Skandalisierungswut zum Dauerzustand werden? Welche Folgen hat dieser kulturelle wie mediale Wandel für Politik und Journalismus?  

Die beiden Podiumsgäste kennen das Spannungsfeld von Politik und Medien, Empörung und Skandal aus nächster Nähe. Christian Wulff sah sich als Bundespräsident einer Medienkampagne ausgesetzt, an dessen Ende sein Rücktritt stand. Hans Leyendecker gilt als einer der renommiertesten investigativen Journalisten, der in seiner Karriere zahlreiche Skandale aufgedeckt hat.  

Christian Wulff, geb. 1959, amtierte von 2003 bis 2010 als Ministerpräsident von Niedersachsen sowie vom 30. Juni 2010 bis zu seinem Rücktritt am 17. Februar 2012 als Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Heute engagiert er sich u.a. als Vorsitzender des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration.  

Hans Leyendecker, geb. 1949, war zunächst als freier Journalist tätig, kam 1979 zum SPIEGEL und wechselte 1997 zur Süddeutschen Zeitung, wo er bis 2016 das Ressort Investigative Recherche leitete.  

Dr. Kristian Buchna (Moderation), geb. 1983, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus.