Theodor-Heuss-Haus

 

Führungen

Unsere Gruppenführungen bieten lebendige und verständlich vermittelte Einblicke in das Theodor-Heuss-Haus. Ob authentische Wohnräume, Dauerausstellung oder Sonderausstellung – gerne nehmen Sie unsere Besucherführer mit auf einen fachkundigen Rundgang durch das Haus des ersten Bundespräsidenten.

Offene Sonntagsführung

Jeden Sonntag um 15 Uhr bieten wir für Sie offene Führungen im Theodor-Heuss-Haus mit wechselnden thematischen Schwerpunkten an. Die Dauer beträgt 60 Minuten. Erleben Sie an den Beispielen von Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp ein Stück deutscher Demokratiegeschichte vom Kaiserreich bis in die Bundesrepublik. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, unter 18 Jahren ist die Teilnahme kostenfrei, Erwachsene zahlen 4 € (2 € Eintritt, 2 € Führungsgebühr). Für Inhaber der Stuttgarter Bonuscard sind Eintritt und Teilnahme an offenen Führungen kostenfrei.

 

 

Individuelle Gruppenführungen

Sie möchten das Theodor-Heuss-Haus mit einer Gruppe besuchen und an einer Führung teilnehmen? Sie sind im Haus des ersten Bundespräsidenten herzlich willkommen! Ob Standardführung mit allgemeinem Überblick oder Themenführung mit Schwerpunktsetzungen (s.u.) - Sie haben die Wahl.
Die maximale Gruppenstärke beträgt 20 Personen. Falls erforderlich können mehrere Gruppen gleichzeitig geführt werden.
Auf Anfrage sind auch Führungen auf Englisch, Französisch und Italienisch möglich.

Angebote für Schulen

Das Theodor-Heuss-Haus ist ein idealer Ort für Exkursionen von Schulklassen. Am konkreten Beispiel von Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp werden fünf Epochen deutscher Geschichte lebendig. Wir bieten Ihnen ein umfangreiches Angebot an Führungen und Workshops unter Berücksichtigung von Jahrgangsstufe und Schultyp. Und natürlich ist der Besuch für Schulklassen kostenfrei. Einen Überblick unseres Angebots finden Sie in unserer museumspädagogischen Broschüre. Sie haben Fragen? Gerne können Sie uns kontaktieren:

Anmeldung

  • Telefonisch unter Tel. (0711) 25 35 558


Führungsgebühr

Schülergruppen: kostenfrei

pro Gruppe (max. 20. Personen):
Dauer 60 Minuten: 30 EUR
Dauer 90 Minuten: 40 EUR  

zuzüglich eines Eintrittsgeldes:
Besucher über 18 Jahren: 2 EUR
Besucher unter 18 Jahren sowie Schüler: kostenfrei

Absagen

Wir bitten Sie, Absagen und erhebliche Änderungen von Termin oder Gruppenstärke (mehr als 3 Personen mehr oder weniger) bis spätestens 12:00 Uhr am Vortag der Führung mitzuteilen. Sollte sich Ihre Gruppe um mehr als 30 Minuten verspäten, kann die Stiftung nicht sicherstellen, dass die Führung stattfindet. In beiden Fällen behält sich die Stiftung vor, von Ihnen ein Ausfallentgelt in Höhe von 15,00 EUR zu erheben.

Führungsübersicht

Theodor Heuss. Publizist – Politiker - Präsident

Die Wahl zum ersten Bundespräsidenten war für Theodor Heuss die Krönung seines langen beruflichen Lebens. Doch wie kam der Schwabe in das höchste Staatsamt der jungen Bundesrepublik, und was hat er all die Jahre und Jahrzehnte davor gemacht?  
Die Führung gibt einen Überblick über Theodor Heuss’ Leben und Werk vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik. Sie beleuchtet die vielfältigen Berufsfelder und Aufgaben, in denen Heuss als Publizist, Politiker und Präsident gewirkt und bis heute Maßstäbe gesetzt hat. Die Frau an seiner Seite, Elly Heuss-Knapp, wird in dieser biographischen Erzählung ebenfalls berücksichtigt.

 

Was Frauen stark macht. Lehrerin - Werbefachfrau - First Lady: Elly Heuss-Knapp

Elly Heuss-Knapp war die Frau des ersten Bundespräsidenten und Gründerin des Deutschen Müttergenesungswerks. Doch sie war auch Lehrerin, Werbefachfrau und Parlamentarierin. Als Professorentochter in Straßburg geboren, zeigte Elly Heuss-Knapp schon früh soziales und berufliches Engagement, bei dem sie sich auch als Ehefrau und Mutter nur wenig einschränken ließ. Wie schwierig das für eine junge Frau um 1900 war oder wie sich der Nationalsozialismus auf ihr Leben auswirkte, geht gegenüber ihrer kurzen Tätigkeit als First Lady oft unter. Bei der Führung sind daher viele kaum bekannte Seiten dieser bemerkenswerten Frau zu entdecken.


Mit Kennerblick: Theodor Heuss und die bildende Kunst

Das große Interesse von Theodor Heuss an der bildenden Kunst wird bereits in den Wohnräumen sichtbar, wo viele Werke befreundeter Künstler die Wände schmücken. Heuss’ Interesse an der Kunst zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Leben. Auf Reisen hat er begeistert gezeichnet; zudem war er mit zahlreichen Künstlern befreundet. Als Journalist verfasste er unzählige Artikel über Themen der bildenden Kunst, hat sich aber auch als Politiker in diesem Bereich engagiert und Künstler auf verschiedene Weise gefördert. Nicht zuletzt wurde er als Person des öffentlichen Lebens häufig von namhaften Künstlern, etwa von Oskar Kokoschka, porträtiert. Neben Heuss’ eigenen Zeichnungen und wichtigen Zeitdokumenten sind auch einige dieser Porträts im Theodor-Heuss-Haus zu besichtigen. 

Theodor Heuss – Schwabe in Deutschland   

Theodor Heuss lebte länger in Berlin und Bonn als in seiner württembergischen Heimat und distanzierte sich immer wieder von schwäbischer Heimattümelei. Dennoch blieb er seiner schwäbischen Herkunft eng verbunden und war stolz auf seine württembergischen Wurzeln. Beim Gang durch sein berufliches Wirken wird der Blick der Besucherinnen und Besucher auf Heuss’ schwäbischen Hintergrund, seine Heimatverbundenheit und seine Wertschätzung schwäbischer Köpfe für die deutsche Geistesgeschichte gelenkt. Auch sein – von vielen als typisch schwäbisch empfundener – Humor wird vorgestellt.

 

Mit spitzer Feder durch vier Epochen deutscher Geschichte

Theodor Heuss konnte am Ende seines Lebens auf ein beachtliches literarisches Werk zurückblicken. Er war als Redakteur, Biograph, Essayist und Redner durch einen Abschnitt deutscher Geschichte geschritten, den man als „Zeitalter der Extreme“ bezeichnet: Heuss erlebte den Imperialismus, Weimarer Republik, NS-Diktatur und demokratischen Wiederaufbau. Seine literarische Hinterlassenschaft spiegelt die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Sicht eines liberalen Intellektuellen. Dies wird bei der Führung durch die ständige Ausstellung deutlich, in der aus auswählten Veröffentlichungen, Briefen, Biographien und Reden von Heuss zitiert wird.

 

Heuss auf Reisen

Zum Amt eines Bundespräsidenten gehören Reisen und Staatsbesuche, doch schon als junger Mann war der Bildungsbürger Theodor Heuss viel unterwegs. Er erwanderte seine schwäbische Heimat, bereiste aber auch Schweden, Belgien oder Paris. Immer mit dabei waren Stift und Papier – zum Zeichnen und für Notizen.
Die Führung nimmt die Besucher mit auf einige jener Reisen und vermittelt einen Einblick, wofür Heuss sich interessierte, was ihn beeindruckte oder welche Dinge er zum Beispiel bei Staatsbesuchen als nicht so angenehm empfand. Dabei kommt Heuss selbst immer wieder zu Wort, und es bleibt Raum, um sein Zeichentalent zu begutachten.

 

Von der Revolution zum Grundgesetz

Die Revolution von 1848/49 hat Theodor Heuss selbst nicht erlebt, wohl aber einige seiner Vorfahren. Dieses Familienerbe prägte ihn nachhaltig, sodass sich Verbindungslinien bis in die Bundespräsidentenzeit hinein ziehen lassen. Die Themenführung erklärt diese Zusammenhänge von der Verfassung der 48er-Revolution über die Verfassungen des Kaiserreichs und der Weimarer Republik bis zur Entstehung des Grundgesetzes. Die Besucher gewinnen Einblicke in das Demokratieverständnis von Theodor Heuss, seine Auffassung von Liberalismus und seine Rolle im Parlamentarischen Rat.

 

 
Theodor Heuss und die Krisen der Demokratien im 20. Jahrhundert

Krisen in der deutschen Demokratie sind nicht neu; vielmehr begleiteten sie geradezu die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Publizist und Politiker, Verfassungsvater und Präsident versuchte Heuss, Deutschland im Sinne der Demokratie mitzugestalten, erlebte aber auch deren Scheitern. Die Themenführung legt ihren ersten Schwerpunkt in die Zeit der Weimarer Republik und fragt, wie Heuss deren Gründung erlebt hat, welche Stellung er zu den wachsenden Problemen der Republik bezogen hat und diskutiert die Zustimmung seiner Partei zum Ermächtigungsgesetz. Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem demokratischen Neuanfang nach 1945. Inwieweit wirkte Heuss in seinen zahlreichen Ämtern mit, demokratische Strukturen in der Bundesrepublik zu stärken und ihre Akzeptanz zu fördern? Mit welchen Schwierigkeiten hatte Heuss dabei selbst zu kämpfen?


Für die Menschlichkeit: Theodor Heuss, das Judentum und Israel

Als erster Bundespräsident der jungen Bundesrepublik prägte Theodor Heuss bereits im Jahr 1949 den Begriff der „Kollektivscham“, sprach in seinen Reden offen von den Gräueltaten des Dritten Reiches und arbeitete engagiert an der Versöhnung mit dem Judentum und Israel. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident setzte er noch versöhnungspolitische Akzente wie etwa während seiner Israel-Reise 1960. Damit legte er ein moralisches Fundament für den Umgang mit der NS-Vergangenheit, das bis in unsere Gegenwart wirkt. Die Themenführung setzt sich differenziert mit Heuss’ Verhältnis zu jüdischen Zeitgenossen und seiner Betrachtung des nationalsozialistischen Regimes auseinander.


Schön – schlicht - preiswert. Theodor Heuss und der deutsche Werkbund

Theodor Heuss begleitete die Geschicke des Deutschen Werkbundes seit dessen Gründung im Jahre 1907. Die im Werkbund zusammengeschlossenen Künstler, Architekten und Industriellen wollten eine völlig neuartige Gestaltung der modernen Lebenswelt – „vom Sofakissen bis zum Städtebau“. Der daraus hervorgegangene Stil der „Neuen Sachlichkeit“ setzte bis heute wirksame Maßstäbe in allen Gestaltungsfragen, sei es in Architektur oder Design.
Mit vielen Mitgliedern des Werkbundes befreundet und auch selbst im Zeichnen wie in der Kunstgeschichte geschult, nahm Theodor Heuss hinsichtlich der diskutierten Gestaltungfragen keine abstrakten Positionen ein. Alltagsgegenstände hatten für ihn eine schlichte Schönheit aufzuweisen, sollten aber auch immer erschwinglich, praktisch und haltbar sein. In diesem Sinne wirkte Heuss ab 1918 als Geschäftsführer, ab 1923 ehrenamtlich im Vorstand für den Deutschen Werkbund. Die Arbeit des Werkbundes würdigte er noch als Bundespräsident in Reden und Essays.


Sonderführung: Theodor-Heuss-Haus & Weißenhofsiedlung

„Leben gestalten – Theodor Heuss und die Werkbundsiedlung am Weissenhof”

Der Deutsche Werkbund war ein maßgeblicher Wegbereiter zukunftweisenden Designs – vom Sofakissen bis zum Städtebau. In ihm haben sich im Jahr 1907 Architekten, Künstler, Designer und Handwerker zusammengeschlossen, um sich für ästhetisch ansprechende, qualitativ hochwertige Produkte der industriellen und handwerklichen Fertigung einzusetzen.

Theodor Heuss, der erste Bundespräsident, der bereits kurz nach der Gründung des Werkbundes Mitglied geworden war, gehörte von 1918 der Geschäftsleitung, von 1923 dem Vorstand an. Von Heuss' lebhaftem Interesse an Fragen der Architektur und Gebrauchsästhetik zeugen unter anderem seine zahlreichen Essays zur Entwicklung der Baukunst.

In der attraktiven Ausstellung im Theodor-Heuss-Haus, der ersten Station der Themenführung, wird dies näher erläutert. Im Anschluss erschließt die einzigartige architektonische Siedlung „Am Weissenhof” die Gestaltungsprinzipien des Deutschen Werkbundes. Dort steht auch das berühmte Le Corbusier Haus, das seit 2006 ebenfalls als Museum zugänglich ist.

Dauer: etwa 2 Stunden

Kosten einschließlich Eintritt: Erwachsene € 12,– | Studierende € 7,50 | Schüler € 3,–

Treffpunkt:Theodor-Heuss-Haus, Feuerbacher Weg 46, Stuttgart Nord (Killesberg)

Anmeldung erforderlich unter Tel. 0711/2535558  bzw. heusshaus@stiftung-heuss-haus.de
oder beim Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier

Veranstalter: Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus und Weissenhofmuseum