Für die Menschlichkeit: Theodor Heuss, das Judentum und Israel

Offene Themenführung durch die ständige Ausstellung mit Yvonne Jäschke

Termin: Sonntag, 19.8.2018, 15 Uhr, Ort: Theodor-Heuss-Haus, Feuerbacher Weg 46 

 

Als erstes Staatsoberhaupt der jungen Bundesrepublik musste Theodor Heuss sich auch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzen. Immer wieder sprach er in seinen Reden von den Gräueltaten des sogenannten Dritten Reiches und legte damit ein moralisches Fundament für den Umgang mit der NS-Vergangenheit, das bis in unsere Gegenwart wirkt. Nicht zuletzt prägte er schon 1949 den Begriff der „Kollektivscham“ in Abgrenzung zur „Kollektivschuld“ der Deutschen und damit einen Begriff, der bis heute immer wieder zitiert, allerdings von Anfang an auch umstritten war.

Die neue Themenführung im Theodor-Heuss-Haus setzt sich differenziert mit Heuss‘ Verhältnis zu jüdischen Zeitgenossen und seiner Betrachtung des nationalsozialistischen Regimes auseinander. Sein freundschaftliches Verhältnis zu jüdischen Zeitgenossen und Weggefährten wird ebenso thematisiert wie seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als Journalist, Buchautor und Politiker. Die Besucherinnen und Besucher lernen ihn als engagierten Gegner der Nationalsozialisten und ihrer Rassenpolitik kennen, dessen bürgerliche Geisteshaltung aber auch dazu führte, von „entwurzeltem jüdischen Literatentum“ zu sprechen. Als Bundespräsident engagierte Theodor Heuss sich unermüdlich für die Aussöhnung der Deutschen mit dem Judentum und Israel. Auch als Privatmann blieb er aktiv und setzte versöhnungspolitische Akzente während seiner Israel-Reise im Jahr 1960 wo er auf den Premierminister David Ben Gurion und die Außenministerin Golda Meir traf.

Meldung vom 20.04.2018
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