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Mitschnitt des Vortrags von Prof. Dr. Thomas Mergel (Humboldt-Universität zu Berlin): „Verkaufen wie Zahnpasta? Wahlkampf und demokratische Kultur in der Bundesrepublik“ , 4. Juli 2013, Theodor-Heuss-Haus

 

Der Bundestagswahlkampf nimmt (langsam) an Fahrt auf, die Parteien rüsten sich zur politischen Auseinandersetzung, erste Kampagnen laufen an. Doch inwieweit lassen sich aus einem solchem Wahlkampf Rückschlüsse auf den Zustand der politische Kultur einer Demokratie ziehen? Kann und muss auch Politik verkauft werden „wie Zahnpasta“, um möglichst breite Bevölkerungskreise anzusprechen, oder gelten hier im Hinblick auf mediale und inhaltliche Vermittlungsstrategien besondere Spielregeln? Kaum ein Historiker dürfte auf diese und weitere Fragen profundere Antworten liefern als der Berliner Geschichtsprofessor Thomas Mergel, der jüngst unter der Überschrift „Propaganda nach Hitler“ eine vielbeachtete „Kulturgeschichte des Wahlkampfs in der Bundesrepublik“ vorgelegt hat. Bewusst nahm Mergel in seinem Vortrag im Theodor-Heuss-Haus eine weite Perspektive ein, die von einer betont bürgerlichen, wahlkampfskeptischen Haltung des 19. Jahrhunderts bis hinein in die Gegenwart mit ihren ungleichen „Wahlkämpfern“ Merkel und Steinbrück reichte. Seine Thesen veranschaulichte der Referent u.a. anhand der Präsentation folgender vier Wahlwerbespots:

a) Wahlwerbespot der CDU aus dem Jahr 1957

b) Wahlwerbespot über Willy Brandt aus dem Jahr 1961

c) Wahlwerbespot der SPD aus dem Jahr 1998 („Jever-Spot“)

d) Wahlwerbespot der SPD aus dem Jahr 1998 („Enterprise-Spot“)