Theodor-Heuss-Haus

 

Aktuelle Sonderausstellung

SCHAMLOS?
Sexualmoral im Wandel  


Sonderausstellung im Theodor-Heuss-Haus 
20.10.2017–8.4.2018

Di - So, 10-18 Uhr
Eintritt frei 

Ausstellungsflyer

Seit 1945 hat sich ein tief greifender Wandel in der Sexualmoral und den Geschlechterbeziehungen vollzogen, der unsere Gesellschaft grundlegend verändert hat. Die Meinungen hierüber gehen auseinander: Beklagen ihn die einen als Werteverfall, begrüßen ihn andere als Beitrag zu einer zeitgemäßen Liberalisierung und Pluralisierung der Gesellschaft.

In der Bundesrepublik sind Sexualität und Moral häufig Gegenstand öffentlicher Debatten. Beispiele wie der Kampf gegen vermeintlichen „Schmutz und Schund“ in den 1950er Jahren, der Streit um die Reform des Abtreibungsparagraphen 218 in den 1970er Jahren oder die in jüngster Zeit geführte Kontroverse über die „Ehe für alle“ zeigen anschaulich, dass bei diesen Themen nicht zuerst um Privates, sondern vielmehr um soziale Ordnungsvorstellungen und das Selbstverständnis der Gesellschaft gerungen wird.

Die DDR gilt im Vergleich zur Bundesrepublik bis heute vielen als weniger prüde. Doch auch hier herrschten eindeutige Normen und Regeln, die von der SED vorgegeben wurden. Die voreheliche Sexualität galt zwar als natürlich, doch sollte eine Beziehung in die Ehe münden. Frauen und Männer waren formal gleichberechtigt, aber auch in der DDR prägten traditionelle Rollenbilder die Geschlechterbeziehungen. Zu mehr Offenheit führte in beiden deutschen Teilstaaten die „Aufklärungswelle“ Ende der 1960er Jahre, als Zeitschriften und Filme unverblümt die drängenden Fragen der Heranwachsenden beantworteten.

Die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung, die Änderung von Rollenbildern sowie die zunehmende Kommerzialisierung von Erotik und Sexualität sind nur einige Aspekte der Ausstellung. Sie zeigt mit rund 60 Exponaten sowie einem Medienterminal, in welcher Weise sich Moralvorstellungen und Sexualverhalten in den letzten sieben Jahrzehnten verändert haben.

Begleitprogramm zur Ausstellung 2017 / 2018

Oktober 2017

19.10.201718 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
„SCHAMLOS? Sexualmoral im Wandel“
Einführungsvortrag: Dr. Thorsten Smidt, HdG, Bonn
Anmeldung erforderlich

November 2017

19.11.201710-18 Uhr
Ich bin ich und du bist du.
Familientag im Theodor-Heuss-Haus mit Ausstellungsführungen für Erwachsene, einer neuen Familienführung für Groß und Klein sowie einem kreativen Kinderprogramm; detailliertes Programm unter www.stiftung-heuss-haus.de
Einritt und Programm kostenfrei

26.11.2017, 14 Uhr
SCHAMLOS? Sexualmoral im Wandel
Offene Führung durch die Sonderausstellung mit Yvonne Jäschke, M.A.

Januar 2018

07.01.2018, 14 Uhr
SCHAMLOS? Sexualmoral im Wandel
Offene Führung durch die Sonderausstellung mit Yvonne Jäschke, M.A.

Februar 2018

18.02.2018, 14 Uhr
SCHAMLOS? Sexualmoral im Wandel
Offene Führung durch die Sonderausstellung mit Yvonne Jäschke, M.A.

März 2018

11.03.2018, 14 Uhr

SCHAMLOS? Sexualmoral im Wandel
Offene Führung durch die Sonderausstellung mit Yvonne Jäschke, M.A.

17.03.2018, 19-2.00 Uhr

Lange Nacht der Museen.
Regelmäßige Kurzführungen durch die Ausstellung, begleitet von einem
Aktionsprogramm

April 2018

08.04.2017, 14 Uhr
Finissage zur Ausstellung

 

Weitere Gruppenführungen sowie spezielle museumspädagogische Angebote können auf Anfrage gebucht werden. Für Schulklassen besteht die Möglichkeit einer individuellen Filmvorführung im Theodor-Heuss-Haus.

1. Stadt Land Fluss, von Benjamin Cantu, 2011

2. Filme von Rosa von Praunheim, u.a. Ich bin meine eigene Frau. Charlotte von Mahlsdorf, 1992

Anmeldungen unter Tel.: 0711/25 35 558 / Email: heusshaus@stiftung-heuss-haus.de

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn