Theodor-Heuss-Haus

 

Aktuelle Sonderausstellung

Wilde Zeiten
Fotografien von Günter Zint  


Sonderausstellung im Theodor-Heuss-Haus
28.10.2016–2.4.2017
Eintritt frei
   

Über drei Millionen Mal hat Günter Zint auf den Auslöser gedrückt. Die alte Fotografen-Tugend „Ran ans Motiv“ nimmt er immer wörtlich. Das heißt für Günter Zint auch: Sich einmischen in die Zeitläufte. Er gilt als der Dokumentarist der deutschen Beat-Szene, des Studentenprotestes sowie der Anti-Atomkraftbewegung, der Ökologiebewegungen und der Friedensbewegung. Prominent wurde Zint schon vorher durch seine Aufnahmen im legendären Hamburger Star-Club: Fotos von Musikern wie den Beatles, Jimi Hendrix, Eric Burdon oder den Rattles machten ihn berühmt.

Ein Querdenker war der am 27. Juni 1941 geborene Zint schon während seiner Jugend in Fulda, als er 1958 die Realschule verließ und als Volontär bei der Deutschen Presseagentur in Frankfurt, Berlin und München anfing. Der Ausbildung zum Bildjournalisten und Redakteur folgten Reportertätigkeiten bei „Quick“ und „Twen“, ehe Zint als freier Fotograf in Schweden und England arbeitete. Sein berufliches Interesse galt damals vor allem der Musikszene in London, Berlin und Hamburg.  

1964 gründete er die Agentur Pan-Foto in der Hansestadt. Im damals wohl berühmtesten Beat-Club der Welt im Hamburger St. Pauli-Viertel skizzierte er mit seiner Kamera den Club- und Kiezalltag. So entstanden seine Fotoreportagen mit den Großen der „Swinging Sixties“. Als freier Pressefotograf bebilderte Zint in den 70er und 80er Jahren die neuen umwelt- und sozialpolitischen Themen, mit denen Zeitschriften wie der „Stern“ und der „Spiegel“ die Diskussion befeuerten. Zudem arbeitet Zint seit mehr als vier Jahrzehnten mit dem Schriftsteller Günter Wallraff zusammen, dessen erfolgreichste Bücher „Der Aufmacher“ und „Ganz unten“ er illustriert hat. Leidenschaftslose Distanz ist seine Sache nicht. Fotos von prügelnden Polizisten, Steine werfenden Demonstranten, Panzerwagen in Brokdorf, Wackersdorf oder in der Hamburger Hafenstraße finden sich in seinem Archiv zu Tausenden. So sind seine Schwarzweißfotos für eine ganze Generation zu Ikonen des Aufbruchs geworden, die auch nach Jahrzehnten kaum etwas von ihrer Faszination verloren haben.    


Begleitprogramm zur Sonderausstellung  


Oktober 2016  

27.10.2016, 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Wilde Zeiten. Fotografien von Günter Zint“
Anmeldung erforderlich

November 2016  

13.11.2016, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Manfred Sommer M.A.  

20.11.2016, 10–18 Uhr
Familientag im Theodor-Heuss-Haus
mit kreativem Kinderprogramm sowie Führungen durch die Ausstellung „Wilde Zeiten“
Eintritt und Programm sind kostenfrei

Dezember 2016  

11.12.2016, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Dr. Carla Heussler  

Januar 2017  

8.1.2017, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Dr. Carla Heussler  

22.1.2017, 14 – 18 Uhr
Protesttag mit Ausstellungs- und Filmvorführungen sowie Zeitzeugengespräche zu den Protestbewegungen seit den 1968ern

Februar 2017  

5.2.2017, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Dr. Carla Heussler  

9.2.2017, 18 Uhr
Die bewegte Republik. Protestbewegungen in Westdeutschland von den 1968ern bis zur Wiedervereinigung
Vortrag von Prof. Dr. Philipp Gassert
Anmeldung erbeten  

19.2.2017, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Manfred Sommer M.A.  

März 2017  

5.3.2017, 14 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung „Wilde Zeiten“
mit Dr. Carla Heussler  

25.3.2017, 19–2 Uhr
Lange Nacht der Museen 

April 2017  

2.4.2017, 14–18 Uhr
Finissage zur Ausstellung

Weitere Gruppenführungen sowie spezielle museumspädagogische Angebote können auf Anfrage gebucht werden. Detaillierte Informationen und Anmeldungen unter Tel. (0711) 2 53 55 58 und www.stiftung-heuss-haus.de


Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn